Vom historischen WM-Finale zum Olympia-Traum: Charlize Mörz greift wieder an

Vor einem Jahr schrieb Charlize Mörz mit ihrem siebenten Platz im Sprungfinale der Kunstturn-WM in Jakarta österreichische Sportgeschichte. Bei der 54. Weltmeisterschaft in Rotterdam, an der vom 17. bis 25. Oktober 453 Athlet*innen aus 82 Nationen teilnehmen, will die Burgenländerin an diesen Erfolg anknüpfen, vor allem aber wichtige Erkenntnisse auf dem Weg zu den Olympischen Spielen in Los Angeles 2028 sammeln.

Auf Mörz, die am Montag von 12:40 bis 14:00 Uhr ihre Qualifikation bestreitet, wartet im Alter von 21 Jahren ihre bereits fünfte Weltmeisterschaft. „Ich fühle mich topfit und bestens vorbereitet. Je öfter du an Großereignissen teilnimmst, umso mehr Routine entwickelst du natürlich, das hilft sowohl in der Vorbereitung als auch im Wettkampf selbst“, erklärt Mörz, die in der niederländischen Hafenstadt – ohne Druck – mit ihrer zweiten WM-Finalteilnahme liebäugelt: „Das wäre natürlich ein Traum.“ Vor allem sei die WM aber eine „enorm wichtige Standortbestimmung“ auf dem Weg nach Los Angeles.„Ich will sehen, auf welchem Niveau ich mich im internationalen Vergleich befinde, woran ich noch arbeiten und was ich für das kommende Jahr verändern muss. Denn dann wird es mit Blick auf Olympia richtig wichtig“, meint Mörz. Der Weg in Richtung absolute Weltspitze ist jedenfalls eingeschlagen. In Jakarta schaffte die Burgenländerin als erste Österreicherin den Sprung in ein WM-Gerätefinale. Diese Leistung bestätigte Mörz 2026 mit einem Weltcup-Podestplatz in Osijek sowie Platz sechs bei der EM in Zagreb.

Neue Sprünge Richtung absolute Weltspitze

Ein nächster logischer Schritt ist die Erhöhung des Schwierigkeitsgrades auf ihrem Paradegerät. An einem neuen Sprung mit eineinhalb Schrauben arbeitet die Olympia-Teilnehmerin von 2024 bereits intensiv, für einen Einsatz in Rotterdam kommt dieser allerdings noch zu früh: „Meine aktuellen Sprünge haben nicht den höchsten Schwierigkeitswert, dafür kann ich sie sehr sauber ausführen. Um auf Dauer ganz, ganz oben mitzumischen, braucht es aber einen schwierigeren Sprung. Im Training klappt dieser schon recht gut, für eine Landung auf hartem Untergrund ist er aber noch nicht zu 100 Prozent bereit.“ Daher wolle Mörz mit Blick auf ein richtungsweisendes Jahr 2027 in Rotterdam kein unnötiges Risiko eingehen.

Still und leise entwickelte sich die Burgenländerin in den vergangenen Monaten von einer reinen Gerätespezialistin zur ambitionierten Mehrkämpferin. Die Fortschritte an allen vier Geräten eröffnen zusätzliche Möglichkeiten. „Wenn du an allen Geräten gut bist, hilft dir das auch bei deinem Spezialgerät. Außerdem hast du mit einem starken Mehrkampf eine weitere gute Chance, dich für die Olympischen Spiele zu qualifizieren“, erklärt Mörz.

Für Turnsport Austria ist Rotterdam weit mehr als ein weiterer internationaler Leistungsvergleich. Sportdirektor Fabian Leimlehner sieht die Weltmeisterschaft vor allem als einen ersten Schlüsselfaktor für die Olympia-Qualifikation: „Die heurige WM liefert uns enorm wichtige Daten und Rückschlüsse auf unserem Weg nach Los Angeles. Das Niveau wird ähnlich hoch sein wie bei der Weltmeisterschaft im kommenden Jahr, wenn es um die ersten Olympia-Tickets geht. Wir wollen nichts dem Zufall überlassen und jede Chance nutzen.“

 

Text- und Bildquelle: Turnsport Austria

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