U20-Frauen
Auf Doppelgold programmiert war Lenia Standfest (ATSE Graz), gestern hatte sie bereits die 200m für sich entschieden. Auch über die 100m war die Steirerin heute nicht zu schlagen, mit 11,96 (0,0) blieb sie als einzige Sprinterin unter der 12-Sekunden-Schallmauer und darf sich jetzt auch auf der kürzesten Distanz Meisterin nennen. Lisa Bernauer (UNION St. Pölten) und Hürden-Siegerin Anjali Perera (UVB Purgstall) vervollständigten das Podest mit 12,27s bzw. 12,35s.
Lenia Standfest: „Mir bedeuten beide Siege gleich viel, denn ich habe seit zwei Jahren nichts mehr gewonnen und jetzt wieder auf beiden Distanzen, das ist Wahnsinn. Mehr überrascht haben mich die 200m, denn die sind in den letzten Wochen nicht so gut gelaufen. Nächstes Jahr ist mein Ziel die U23-EM.“
Das selbe Kunststück wollten Magda Karall (LT Bgld Eisenstadt), die gestrige 800m-Siegerin und Klara Dünser (ULC Riverside Mödling), die am Samstag über die 400m Hürden triumphiert hatte, über die 400m schaffen. Es wurde am Ende aber ein klarer Sieg für die Burgenländerin, die vor allem auf der zweiten Streckenhälfte die Stärkste war und mit 57,92s Ina Slamanig (KLC) mit 1,5 Sekunden Vorsprung auf Rang 2 verwies.
Magda Karall: „Ich habe schon auf Doppelgold gehofft, aber mir war klar, dass es nicht so einfach werden wird. Meine Beine haben sich beim Einlaufen eher schwer angefühlt, das ist dann aber besser geworden. Ich habe versucht, beim letzten Rennen noch einmal alles zu geben und das hat gut geklappt. Der Sieg über die 800m freut mich aber noch mehr, einfach weil es meine Lieblingsdisziplin ist.“
Über die 1500m blieb das Feld bei etwas verhaltenem Tempo vorerst geschlossen, nach einem Kilometer machte Favoritin Flora Heiml (LAC BMD Amateure Steyr) dann aber Ernst und enteilte in 4:50,92min den anderen Läuferinnen. Silber wurde nur um zwei Tausendstel entschieden, Katja Karall (LT Bgld Eisenstadt) konnte sich um genau diesen Wimpernschlag gegen Nina Holzknecht (TS Innsbruck) durchsetzen, beide brachten 4:57,84min in die Wertung.
Einen Favoritensieg gab es im Dreisprung, Angel Osaro (SKV Feuerwehr Wien) feierte mit einer starken Serie quasi einen Start-Ziel-Sieg, ihr Bestwert lautete heute 11,91m (0,4). Nichts zu rütteln gab es auch am Sieg von Nina Butter (Union St.Pölten) im Hammerwurf, die Niederösterreicherin holte nach Silber gestern im Diskuswurf heute Gold mit 54,46m. Eine starke Serie zeigte zum Saisonende noch einmal Leonie Zoe Haller (ULC Riverside Mödling) im Speerwurf, die U20-WM-Starterin warf das Arbeitsgerät gleich drei Mal über die 50m-Marke, mit 50,82m hielt sie Mehrkämpferin Sarah Daxböck (Union St.Pölten) mit 41,68m deutlich auf Distanz.
Leonie Zoe Haller: „Das ist ein extrem erfreulicher Saisonabschluss für mich, denn ich habe die letzten Wochen seit Eugene eigentlich fast nicht mehr trainiert und nur spontan entschieden, hier heute zu starten. Die Entwicklung heuer ist, obwohl es ein paar Verletzungsprobleme gab, sehr gut gelaufen, mit der Saison bin ich mehr als zufrieden.“
U20-Männer
Im 100m-Sprint gab es mit Felix Krifka (SVS LA) einen klaren Favoriten, er hatte sich gestern etwas überraschend über die 200m mit Silber begnügen müssen. Die Revanche gelang ihm heute, wenn auch nicht in der erwarteten Deutlichkeit. Über rund 90m lagen der Niederösterreicher und Maximilian Graff (ATSE Graz) Kopf an Kopf, erst mit den letzten Schritten konnte sich der U20-WM-Teilnehmer einen kleinen Vorsprung herauslaufen, 10,79s zu 10,87s lautetet das Endergebnis. Auch Jonathan Wieser (ATSE Graz) blieb mit 10,99s noch unter der 11-Sekunden-Grenze.
Über 400m gab es für Junioren-WM-Starter Raphael Briel (ULC Linz Oberbank) die Chance auf Doppelgold nach seinem Sieg über 400m Hürden, Markus Locsmandy (LT Bgld Eisenstadt) wollte dies verhindern. Der Burgenländer hielt auch das ganze Rennen über stark dagegen und forderte den Oberösterreicher mit 47,76s (PB) bis zur Ziellinie, dieser musste ebenfalls neue PB von 47,28s laufen, um auch diesen Bewerb zu gewinnen.
Raphael Briel: „Der Sieg heute bedeutete mir sehr viel, weil am Ende einer langen Saison noch einmal PB zu laufen und gegen Markus zu gewinnen ist das Beste, was passieren konnte. Die Saison ist sehr zufriedenstellend verlaufen, auch weil ich mein Ziel U20-WM erreicht habe.“
Ein sehr interessantes Rennen entwickelte sich über die 1500m, bei dem lange 5000m-Meister Markus Hauser (Leichtathletik Club Unlimited) für das Tempo sorgte. Vor der Zielkurve setzte sich dann Sebastian Kofler (LC Villach) an die Spitze, wurde aber von seinem Vereinskollegen Matteo Xaver Jost (LC Villach) rund 50m vor dem Ziel überholt, der in 4:10,70min Gold holte. Entnervt ließ es Kofler austrudeln und wurde so noch von Hauser abgesprintet, der damit diesmal Silber holte.
Florian Simmer (TGW Zehnkampf Union) musste sich gestern im Weitsprung knapp mit Silber begnügen, heute im Dreisprung ließ er aber nichts anbrennen und nützte seine zweite Chance auf Gold. Gleich in Versuch Eins schaffte er die Siegesweite von 13,88m (1,1), um Rang 2 wurde es knapp, Nico Hollaus (TGW Zehnkampf-Union) konnte sich mit 13,40m (0,3) um nur 7cm gegen Raphael Erhart (ULC Hirtenberg) durchsetzen, der neue PB aufstellte.
Der Speerwurf war nach dem ersten Versuch praktisch entschieden, Raphael Singer (SV Reutte Leichtathletik) schockierte mit neuer PB von 55,41m die Konkurrenten, Molham Hawana und Jakob Haudum (beide TGW Zehnkampf Union) belegten mit Respektabstand mit 51,24s bzw. 49,74m die Ränge 2 und 3. Im Hammerwurf blieb es lange spannend, erst mit dem letzten Versuch konnte sich Armin Kammler (ULC Linz Oberbank) dann doch um einen guten Meter von Michael Markovits (SVS-Leichtathletik) absetzen, 47,31m zu 45,83m lautete das Ergebnis.
Klasse U16 weiblich
Nach dem Titel im Diskuswurf feierte Ilvy Lehmann (MLG Sparkasse) heute auch im Hammerwurf einen deutlichen Sieg, mit 48,71m steigerte sie sich kontinuierlich im Laufe des Wettkampfes und hatte zum Schluss mehr als neun Meter Vorsprung auf die Konkurrenz. Fast ebenso klar war der Sieg von Rosa Bauer (SU-Gmunden-LA) im Speerwurf, sie legte auf ihre bisherige PB gleich 4,5 Meter drauf und konnte sich schließlich mit 47,40m über einen deutlichen Sieg freuen.
Eine klare Angelegenheit waren die 100m für Maya Williams (LT Bgld Eisenstadt), mit 12,49s (-0,2) verfehlte die Burgenländerin ihre PB nur um 1/100s und durfte sich Gold umhängen lassen. Die 1.000m verliefen hingegen sehr spannend, erst auf den letzten Metern konnte sich Carolina Grabner (Union Waidhofen/Ybbs) mit einem starken Endspurt den Sieg in 3:00,16min sichern. Im 300m Lauf steigerte sich Romina Joy Kury (SU Leibnitz) um gleich sechs Zehntelsekunden und jubelte im Ziel mit 41,56s über Gold. An Dramatik nicht zu überbieten war der Dreisprungbewerb, gleich die ersten fünf Springerinnen steigerten sich im sechsten und letzten Versuch noch einmal und schafften alle neue PB, die Nase vorne hatte am Ende dann Milli Fritsch (LTU Graz) mit 11,12m.
Klasse U16 männlich
Ganze 3/1000s entschieden die 100m zwischen Peter Grauss (TU Raika Schwaz) und dem Jahresschnellsten Moritz Blümel (ULC Klosterneuburg), für beide stand dann neue PB von 11,36s (0,0) im Ergebnisbericht. Zweiterer nützte seine Chance dann aber über die 300m und konnte sich dort Gold holen, mit 36,33s verbesserte er seine PB um mehr als 1,5 Sekunden. Gleich die Top-6 schafften alle neue Bestleistung in dieser Disziplin. Hochspannung herrschte über die 1.000m, denn lange sah es so aus, also ob die Medaillen an die Top-3 des sehr schnellen B-Laufes gehen würden. Erst mit flotten letzten 200m konnten die Athleten des A-Laufes die vorgegebene Zeit unterbieten, Gold ging schlussendlich in 2:47,92min an Levi Michel (TGW Zehnkampf-Union), sein zweiter Titel nach den 300m Hürden.
Auch Maximilian Scheiblauer (Union Pottenstein) war einer der Anwärter auf Doppel-Gold, nach dem Sieg im Diskuswurf war er heute auch im Hammerwurf nicht zu schlagen, mit neuer PB von 50,88m lag der Niederösterreicher am Ende mehr als 10m voran. Ebenfalls mit neuer PB beendete der Sieger des Speerwurfs den Bewerb, Theo Brünner (MLG Sparkasse) steigerte sich auf 49,97m und verfehlte die nächste Schallmauer nur hauchdünn. Dramatisch verlief hingegen der Dreisprung, erst im sechsten und letzten Versuch fiel die Entscheidung zwischen Emil Grohmann (ULC Linz Oberbank) und Gabriel Rirsch (TU Raika Schwaz), beide sprangen neue PB, der Oberösterreicher konnte sich mit 12,03m zu 11,90m durchsetzen.
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Text- und Bildquelle: Österreichischer Leichtathletik-Verband | Martina Albel






