ÖTV-Sportdirektor und -Davis-Cup-Kapitän Jürgen Melzer sieht die Ausgangslage jetzt bei „einem deutlichen 50:50“.
Sieben Tage vor dem bedeutenden Länderkampf Österreich – Belgien am 18./19. September auf der Anlage des Wiener Athletiksport Clubs (WAC) haben sich die Chancen für das KURIER Austria Davis Cup Team deutlich gebessert – und zwar ohne dessen Zutun. Denn nach Raphael Collignon (ATP-Rang 38) sagte bei den Gästen mit Alexander Blockx (ATP 34) jetzt auch der zweite der insgesamt drei ATP-Top-40-Spieler Belgiens ab. Dies gab der Belgische Tennisverband am späten Donnerstagabend bekannt. Blockx hatte bei den US Open in New York sensationell sein erstes Grand-Slam-Viertelfinale erreicht, dort allerdings am Mittwoch gegen Karen Khachanov im dritten Satz nach mehreren Verletzungsproblemen aufgeben müssen. Statt dem 21-Jährigen rückt der elf Jahre ältere Kimmer Coppejans (ATP 217), die Nummer fünf des Landes und ehemalige Nummer 97 der Welt, ins fünfköpfige Aufgebot nach. „Kimmer ist die logische Wahl. Er ist von unseren Optionen der erfahrenste und bestgerankte Spieler. Er ist stets für das Team dagewesen und ist einer, auf den wir uns verlassen können“, erklärte der belgische Teamkapitän, der ehemalige Weltranglisten-38. Steve Darcis.
Durch den Ausfall von Blockx ist Zizou Bergs (ATP 37) nun der Topspieler von Belgien, während sich die weiteren für das Einzel vorgesehenen Akteure Gauthier Onclin (ATP 158) und Coppejans etwa in den Sphären der ÖTV-Herren befinden, die von Jurij Rodionov (ATP 143), Joel Schwärzler (ATP 171) und Lukas Neumayer (ATP 191) angeführt werden. Der Traum, sich zum zweiten Mal in Folge für die Davis Cup Final 8 der acht besten Nationen der Welt vom 24. bis 29. November in Bologna zu qualifizieren, erscheint damit – von einer ursprünglich ganz klaren Außenseiterrolle ausgehend – plötzlich weitaus realistischer. „Ich glaube schon, dass es die Ausgangslage definitiv verändert“, bekannte ÖTV-Sportdirektor und -Davis-Cup-Kapitän Jürgen Melzer am Freitagabend in einem ORF-Interview – „weil wir gegen drei Top-40-Spieler antreten hätten müssen. Und vor allem einen in absoluter Topform, mit Alexander Blockx. So hast du zumindest an Nummer zwei einen, der im Rankingbereich von unseren Spielern ist. Wenn du zuhause Davis Cup spielst, dann muss es das Ziel sein, den auf alle Fälle zu schlagen – und wenn du das tust, dann musst du noch einen Punkt in den restlichen drei Partien holen. Und da sind wir im Doppel, glaube ich, schon so stark aufgestellt, dass uns das gelingen kann. Somit wäre es möglich, den Davis Cup zu gewinnen, ohne Zizou Bergs zu schlagen. Und selbst gegen den ist auf Sand, glaube ich, etwas drinnen.“ Der erfahrene Niederösterreicher sieht die Ausgangslage nunmehr so weit verändert, „dass wir jetzt mit einem deutlichen 50:50 da hineingehen.“
Der Fokus liegt bei den Hausherren aber freilich vorwiegend auf der eigenen Performance. „Wir treffen uns Montagmorgen am WAC und werden da die Vorbereitung starten. Wir werden in den ersten Tagen sehr viel Zeit auf dem Centercourt verbringen. Es ist doch für viele ein Wechsel von Hardcourt wieder zurück auf Sand, und da müssen wir einfach die nötigen Wiederholungen auch hineinbekommen. Wenn das Wetter mitspielt, werden das sicherlich einige Stunden werden.“ So will man ab dem nächsten Freitag für die bevorstehende Herausforderung gerüstet sein.
Text- und Bildquelle: Österreichischer Tennisverband






