Mit den Bewerben über die Sprint- und Olympische Distanz ist am Sonntag die 39. Auflage des Austria Triathlon Podersdorf Burgenland zu Ende gegangen. Noah Vollmann und Markus Lukacs bzw. Anna Reiter-Kocher und Zsofia Toth holten die letzten Tagessiege. Hinter dem Veranstalterteam liegen drei intensive Wettkampftage mit einem Rekordstarterfeld von rund 2.800 Athlet:innen aus mehr als 40 Nationen, den Österreichischen Staatsmeisterschaften über die Mitteldistanz (BERICHT) und zahlreichen emotionalen Momenten. Der Blick richtet sich bereits auf 2027: Zum 40-Jahre-Jubiläum soll die Veranstaltung weiter wachsen – die besondere Schallmauer ist dabei das erklärte Ziel.
Zum Abschluss des Austria Triathlon Podersdorf Burgenland gehörte die Bühne noch einmal den Teilnehmer:innen über die kürzeren Distanzen. Nach Lang- und Mitteldistanz am Samstag standen am Sonntag die Sprintdistanz und die Olympische Distanz auf dem Programm und rundeten das dreitägige Triathlon-Wochenende am Neusiedler See ab.
Vollmann gewinnt die Sprintdistanz
Über die Sprintdistanz setzte sich bei den Herren wie im Vorjahr Noah Vollmann vom LTC Seewinkel durch. Der Österreicher erreichte nach 1:04:42,20 Stunden als Erster das Ziel. Felix Müller folgte in 1:07:21,25 Stunden auf Rang zwei, Fabio Sattler vom SU Tri Styria wurde in 1:08:12,05 Stunden Dritter.
„Es ist etwas Besonderes, bei so einer großen Veranstaltung praktisch vor der eigenen Haustür zu gewinnen. Die Stimmung war vom Start bis ins Ziel richtig gut und ich konnte mein Rennen so durchziehen, wie ich es mir vorgenommen hatte. Mit einem Sieg aus diesem Wochenende rauszugehen, fühlt sich richtig gut an“, sagte Vollmann. Bei den Damen siegt Anna Reiter-Koch von den Sports Monkeys.
Lukacs triumphiert über die Olympische Distanz
Den abschließenden Sieg über die Olympische Distanz holte sich bei den Herren Markus Lukacs vom UTTB. Mit einer Zeit von 2:09:00,80 Stunden setzte er sich vor dem Ungarn Balazs Vecsera durch, der nach 2:09:56,90 Stunden ins Ziel kam. Rang drei ging an Thomas Hartl in 2:10:59,95 Stunden.
„Ich wusste, dass es heute eng werden kann und durfte mir bis zum Schluss keinen Fehler erlauben. Umso schöner ist es, hier als Sieger ins Ziel zu laufen. Podersdorf hat eine ganz eigene Atmosphäre – man spürt, dass der Triathlon hier seit Jahrzehnten dazugehört. Dieser Erfolg ist für mich ein perfekter Abschluss des Wochenendes“, so Lukacs. Die Ungarin Zsofia Toth siegt bei den Damen.
Ein Wochenende mit Rekorden und großen Emotionen
Mit dem letzten Zieleinlauf endete eine Ausgabe, die schon im Vorfeld eine neue Bestmarke gesetzt hatte. Rund 2.800 Athlet:innen aus mehr als 40 Nationen bedeuteten das größte Starterfeld in der 39-jährigen Geschichte des Austria Triathlon Podersdorf Burgenland.
Für Veranstalter Daniel Döller überwiegt nach drei Wettkampftagen die Zufriedenheit. „Das Wochenende ist wirklich hervorragend verlaufen. Natürlich findet man nach jeder Veranstaltung Kleinigkeiten, die man verbessern kann, aber wir haben diesmal kaum Punkte, bei denen wir sagen müssen, dass wir grundlegend nacharbeiten müssen. Man merkt einfach die enorme Routine unseres Teams und unserer Helferinnen und Helfer. Viele sind seit Jahrzehnten dabei und wissen genau, was in den entscheidenden Situationen zu tun ist“, zieht Döller Bilanz.
Besonders wichtig sei das Feedback der Teilnehmer:innen gewesen. „Wir sind wieder größer und imposanter geworden und haben gleichzeitig diese familiäre Atmosphäre behalten. Genau das bekommen wir von den Athletinnen und Athleten zurückgespielt. Wenn sie glücklich nach Hause fahren, anderen davon erzählen und im nächsten Jahr wiederkommen, dann haben wir vieles richtig gemacht.“
Gerade der Samstag stellte die Organisation vor besondere Herausforderungen. Rekordstarterfeld, Österreichische Staatsmeisterschaften über die Mitteldistanz und eine Live-Übertragung auf ORF Sport+ kamen an einem Tag zusammen.
„Ich war am Samstag definitiv angespannt, weil es viele Faktoren gab, bei denen etwas schiefgehen hätte können. Umso schöner ist es, dass alles so gut funktioniert hat. Das zeigt, was über die Jahre entstanden ist: langjährige Partner, die mittlerweile Freunde geworden sind, und Helferinnen und Helfer, die für uns wie Familie sind. Dieses Zusammenspiel macht einen großen Teil des Flairs aus, weshalb die Menschen gerne nach Podersdorf kommen“, so Döller.
Staatsmeisterschaften als sportliches Highlight
Sportlicher Höhepunkt des Wochenendes waren die Österreichischen Staatsmeisterschaften über die Mitteldistanz. Michael Weiss holte sich bei den Herren in seinem letzten Podersdorf-Rennen den nationalen Titel vor Jan Schiebl und Leon Pauger. Den Gesamtsieg über die Mitteldistanz sicherte sich der Tscheche Pavel Wohl, der sich ein packendes Duell mit Weiss lieferte.
„Die Staatsmeisterschaft war sicher eines der großen Highlights. Pavel Wohl und Michael Weiss haben sich ein richtig starkes Rennen geliefert, bei dem lange offen war, wer am Ende vorne liegt. Wenn so ein Duell dann noch live im Fernsehen übertragen wird, ist das für unsere Veranstaltung natürlich großartig“, sagt Döller.
Bei den Damen krönte sich Anna Pabinger nach einer starken Aufholjagd auf der Laufstrecke zur Staatsmeisterin vor Jacqueline Kallina und Hannah Rössler.
Doch für Döller waren es nicht ausschließlich die Sieger:innen, die das Wochenende prägten. „Wenn eine Siegerin wie Langdistanz-Gewinnerin Lisa Watschinger mit Tränen in den Augen im Ziel steht, sind das natürlich besondere Bilder. Aber solche Emotionen gibt es bei uns im gesamten Feld. Viele Menschen trainieren ein Jahr lang auf diesen einen Tag hin, erfüllen sich hier einen persönlichen Traum und erreichen ein Ziel, das sie sich lange vorgenommen haben. Diese Ehrlichkeit und diese Menschlichkeit in solchen Momenten faszinieren mich am Sport am meisten.“
Sprint und Olympisch als Einstieg in den Triathlonsport
Dass am Sonntag bewusst die kürzeren Distanzen im Mittelpunkt stehen, ist Teil der Philosophie der Veranstaltung. Der Austria Triathlon Podersdorf gehört zu den wenigen Bewerben in Europa, bei denen Sprint-, Olympische, Mittel- und Langdistanz an einem Wochenende angeboten werden.
„Die kurzen Distanzen sind für uns ein ganz wichtiger Anker, weil sie für viele den Einstieg in den Triathlonsport darstellen“, erklärt Döller. „Natürlich gibt es Menschen, die gleich von einer Langdistanz träumen. Der normale Weg ist aber, sich über kürzere Rennen heranzutasten, Erfahrungen zu sammeln und sich sportlich weiterzuentwickeln. Wir wollen nicht nur eine Veranstaltung organisieren, sondern auch dazu beitragen, dass sich der Triathlonsport weiterentwickelt.“
Das Konzept trägt auch zur starken Bindung der Teilnehmer:innen an Podersdorf bei. Laut Veranstalter waren 2026 mehr als ein Viertel der Starter:innen bereits zuvor beim Austria Triathlon dabei.
„Wir haben eine starke Community und sehr viele Wiederstarter. Gleichzeitig kommen über Sprint und Olympisch jedes Jahr neue Athletinnen und Athleten dazu, die bei uns vielleicht ihren ersten Triathlon absolvieren. Aus diesen Rookies werden dann Triathletinnen und Triathleten, die sich Schritt für Schritt weiterentwickeln. Das ist eine wichtige Basis für den gesamten Sport.“
40 Jahre Austria Triathlon Podersdorf: 3.000 Starter:innen im Visier
Viel Zeit zum Zurücklehnen bleibt dem Organisationsteam nicht. Im kommenden Jahr steht die 40. Ausgabe des Austria Triathlon Podersdorf Burgenland bevor – und dafür gibt es bereits konkrete Pläne.
Die Veranstaltungsinfrastruktur soll erneut erweitert werden. Gleichzeitig setzt Döller dem Wachstum bewusst Grenzen: „Wir haben uns die Radstrecke sehr genau angesehen und sehen noch Potenzial für zusätzliche Starter:innen. Für mich ist aber entscheidend, dass die sportliche Qualität erhalten bleibt. Ich möchte keine großen Gruppen und kein Rennen, bei dem Windschattenfahren zum Thema wird. Podersdorf soll sportlich hochwertig und fair bleiben.“
Auch technologisch wird die Jubiläumsausgabe Neuerungen bringen. Geplant ist unter anderem eine neue App mit Live-Tracking. Zuschauer:innen sollen damit während des Rennens verfolgen können, wo sich ihre Athlet:innen gerade befinden. Und auch bei der Teilnehmerzahl gibt es ein klares Ziel. Nach dem Rekord von 2.800 Starter:innen in diesem Jahr soll 2027 die nächste Schallmauer fallen.
„Es wäre natürlich ein Wahnsinn, wenn wir ausgerechnet zum 40-Jahre-Jubiläum die Marke von 3.000 Starter:innen knacken könnten“, sagt Döller. „Wir wollen weiter wachsen, aber auf eine Art, die zu Podersdorf und zu unserer Veranstaltung passt. Genau darauf werden wir in den kommenden Monaten hinarbeiten.“
Text- und Bildquelle: Österreichischer Triathlonverband | Austria Triathlon | Kurt Vierthaler






