Die 2. Etappe der 38. Int. Radjugendtour in der Oststeiermark führte von Pöllau nach Vorau und war mit 1.484 Höhenmetern die anspruchsvollste Prüfung der gesamten Rundfahrt. Auf 71,2 Kilometern warteten zahlreiche Anstiege, darunter der Gschaidsattel und der lange Anstieg nach Miesenbach. Spätestens im Finale rund um Vorau hat sich gezeigt, welche Fahrer tatsächlich die besten Bergfahrer und Allrounder im diesjährigen Starterfeld sind. Der Bayer David Aicher (LV Bayern) sichert sich den Sieg, Georg Wartlsteiner (Nationalteam Österreich) wurde erneut bester Österreicher mit Rang 19.
„Hier bei der Radjugendtour ist es wie früher als ich meine ersten Erfahrungen sammelte. Es ist ein Riesenunterschied zu unseren Rennen in der Schweiz wo 40-50 Fahrer am Start stehen. Ich freu mich auf die Königsetappe“, so der ehemalige Weltklassefahrer Michael Albasini am Start in Pöllau, der unter anderem 2009 auch die Österreich Rundfahrt gewinnen konnte und nun seinem Sohn Gianin Albasini die Daumen drückt.
Bereits die ersten Kilometer durch die „GenussRegion Pöllauer Hirschbirne“ versprachen ein abwechslungsreiches Rennen. Doch mit zunehmender Renndauer wurde der Kurs immer selektiver. Über den Gschaidsattel gabs die erste größere Selektion, ehe der rund elf Kilometer lange Anstieg nach Miesenbach die Karten endgültig neu gemischt hatte. Im Finale warteten weitere giftige Rampen, bevor die Fahrer erstmals das Zielgelände beim Stift Vorau passierten. Dort setzte sich eine dreiköpfige Spitzengruppe ab.
Fotofinish um den Tagessieg
Wie hoch das Niveau der Radjugendtour ist, zeigt die Durchschnittsgeschwindigkeit. Mit 37,2km/h war die Etappe nochmals schneller als im Vorjahr, wo sich der Schweizer Karim Marwan Barhoumi den Tagessieg holte. Ähnlich ging es heuer dem Bayer David Aicher. Im Sprint setzte sich der sympathische Nachwuchsathlet um wenige Zentimeter durch. Zweiter wurde Otto Göland vom Svealand Cycling Team und Dritter Louis Bosniatzki vom Nationalteam Deutschland. Für Aicher war der Etappensieg gleich doppelt wertvoll: Mit seinem Erfolg übernimmt er auch die Führung in der Gesamtwertung und trägt ab sofort das grüne Trikot der Oststeiermark. Gleichzeitig führt er die Raiffeisen-Punktewertung an und darf damit auch das gelbe Punktetrikot überstreifen.
„Ich habe alles auf der Straße lassen was im Tank war. Eigentlich wollten wir auf meinen Teamkollegen Benjamin fahren, aber das ging nicht auf“, so Aicher, der damit Benjamin Huber ansprach der der Träger des Bergtrikots der Cycling Austria Membercard ist.
Georg Wartlsteiner war mit seiner Leistung ebenfalls zufrieden. „Anfangs fand ich das Tempo gar nicht so hoch, aber am Schluss hab ich schon ordentlich gelitten. Ich habe alles gegeben und kann somit zufrieden sein“, so der Tiroler.
Während die besten U17-Fahrer Europas auf der Königsetappe um Sekunden und Wertungstrikots kämpften, gehörte der Nachmittag in Vorau auch den jüngsten Radsportfans. Direkt vor dem Augustiner-Chorherrenstift stellten sich 24 Kinder der Herausforderung und sammelten bei einem eigenen Kinderbewerb erste Renn- und Wettkampferfahrungen. Mit viel Begeisterung und Einsatz sorgten sie dabei für ein sportliches Highlight abseits des großen Rennens und zeigten, dass die Freude am Radfahren in Vorau bereits bei den Kleinsten groß ist.
Mit der Königsetappe sind die Karten im Gesamtklassement neu gemischt. Aicher reist nun im grünen Führungstrikot zur morgigen 3. Etappe von Mönichwald nach Friedberg, doch entschieden ist noch lange nichts. Auf 65,7 Kilometern und 959 Höhenmetern warten erneut zahlreiche Anstiege und ein anspruchsvolles Finale – Spannung ist damit auch am vorletzten Tag der Radjugendtour garantiert.
Text- und Bildquelle: ÖRV – Österreichischer Radsportverband






