Richters Urteil: EM macht Lust auf mehr

Der nächste große Schritt ist gemacht! Helene Richter hat am Freitag bei der Kunstturn-Europameisterschaft in Zagreb erstmals EM-Luft geschnuppert. Auch wenn der Wettkampf für die 15-jährige Wienerin nicht ganz nach Wunsch verlief, überwog unmittelbar danach die Freude über eine weitere wichtige Erfahrung auf internationaler Ebene. „Ich bin unglaublich dankbar, hier dabei sein zu dürfen. Eine Juniorinnen-EM erleben zu können, ist für mich etwas ganz Besonderes. Ich hoffe, dass noch viele Wettkämpfe vor solch einer Kulisse folgen.“

Für Richter ist Zagreb bereits das zweite große internationale Nachwuchsereignis innerhalb eines Jahres. Im Vorjahr durfte sie Österreich beim Europäischen Olympischen Jugendfestival (EYOF) vertreten und erstmals in die besondere olympische Welt eintauchen. Nun folgte die Juniorinnen-EM, im November könnte bereits der nächste Höhepunkt warten: die Youth Olympic Games in Dakar. „Dort dabei zu sein, wäre richtig cool. Die Youth Olympic Games sind ein riesiges Ereignis. Es wäre schon ziemlich krass, wenn ich dorthin fahren dürfte“, blickt Richter voraus.

Familiäre Olympia-Geschichte

Der olympische Gedanke begleitet die junge Turnerin auch familiär. Ihre Mutter Anja Richter gehörte über viele Jahre zur österreichischen Spitze im Wasserspringen und nahm selbst viermal an Olympischen Spielen teil. Auch Helene versuchte sich zunächst im Wasserspringen, entschied sich letztlich aber für das Kunstturnen.
Von den Erfahrungen ihrer Mutter profitiert sie dennoch: Schon vor ihrem EYOF-Debüt gab diese ihr Tipps zum Umgang mit Medien, Nervosität und der besonderen Atmosphäre bei Großereignissen. „Meine Mama weiß, wie das alles abläuft. Sie hat mir immer gesagt, dass man cool bleiben und solche Momente auch einfach genießen soll.“ Auch vor dem Auftritt in Zagreb sei ihre Mutter die wichtigste Ansprechpartnerin gewesen.

Rampenlicht gewohnt

Große Auftritte sind Richter ohnehin nicht völlig fremd. Bereits als Kind sammelte sie vor einem Millionenpublikum TV-Erfahrung. In der Sendung „Klein gegen Groß“ trat sie im „Stufenbarren-Treppen-Duell“ gegen die deutsche Weltmeisterin Pauline Schäfer an – und gewann. Später war sie auch in der ORF-Show „Die große Chance“ zu sehen.
„Das war eine unglaubliche Erfahrung und ein echt cooler Tag“, erinnert sich Richter an ihren ersten TV-Auftritt. Erfahrungen, die ihr heute helfen können, wenn bei internationalen Großereignissen Kameras und Scheinwerfer auf sie gerichtet sind. „Jetzt fällt mir das alles schon ein bisserl leichter.“
Ab dem kommenden Jahr wartet auf Richter der nächste Karriereschritt: der Wechsel von den Juniorinnen in die Elite. Dort möchte sie sich langfristig für Europa- und Weltmeisterschaften empfehlen. Und über all diesen Zwischenzielen steht ein Traum, den sie mit ihrer Mutter teilt: einmal selbst bei Olympischen Spielen anzutreten. „Nächstes Jahr bin ich schon in der Elite und hoffe, dass ich bei großen internationalen Wettkämpfen dabei sein kann. Ich möchte zu Europa- und Weltmeisterschaften. Aber das ganz große Ziel ist immer Olympia. Olympia ist das Größte!“

 

Text- und Bildquelle: Turnsport Austria

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