EM Birmingham: Weißhaidinger und Strohmayer-Dangl mit starken Vorstellungen jeweils eine Runde weiter

Lukas Weißhaidinger als Vierter locker ins Diskus-Finale

“One and done” ist im Sport normalerweise ein negativ besetzter Satz, für Lukas Weißhaidinger (ÖTB OÖ LA) war es heute aber ein sehr positiver. Der Vize-Europameister von Rom zeigte in der Qualifikation im Diskuswurf nach seinen Rückenproblemen im Vorfeld heute eine makellose Leistung und schleuderte das 2kg schwere Arbeitsgerät gleich im ersten Versuch von Gruppe B auf 65,06m. Damit beendete der Oberösterreicher seinen Arbeitstag auch schon wieder, denn auf Versuch zwei und drei verzichtete er, weil in Gruppe A zuvor niemand weiter geworfen hatte. Auch in seiner Qualifikationsgruppe schafften nur Mykolas Alekna (LTU) mit 67,74m und Kristjan Ceh (SLO) mit 67,52m die direkte Qualifikation fürs Finale (66,00m) und der Taufkirchner musste später nur mehr Henrik Janssen (GER) mit 65,42m vorbeiziehen lassen. Ein Top-12-Platz und der Finaleinzug standen also fest, der 34-Jährige kann sich jetzt somit aufs Finale Donnerstag Abend konzentrieren. 

Lukas Weißhaidinger: “Der Plan ist immer gleich im ersten Versuch eine gute Weite zu machen. Dass es jetzt auch wirklich gelungen ist, darüber bin ich besonders heuer sehr glücklich. Es war ein schwieriges Jahr und auch die letzten Wochen mit dem Rücken waren nicht einfach. Wir haben es aber super hinbekommen und dieser Versuch gibt mir auf alle Fälle viel Selbstvertrauen. Ich bin dennoch sehr demütig, weil ich jetzt das elfte Jahr in Folge ein Finale geschafft habe. Darauf bin ich wirklich stolz. Wir schaffen es immer beim Höhepunkt in bester Form zu sein. Ein großes Danke an mein Team mit Gregor Högler, Freddy Siemes, Leistungssport Austria, die vor allem in der letzten zwei Wochen eine große Hilfe waren. Ohne sie würde ich nicht hier stehen. Den Finaleinzug widme ich meinem Team. Gregor hat immer an mich geglaubt und gesagt, du schaffst das. Es war zwar nur eine Qualifikation, aber ich bin extrem stolz es wieder ins Finale geschafft zu haben.”

Starker Niklas Strohmayer-Dangl über 400m Hürden eine Runde weiter

Nach vier Jahren war Niklas Strohmayer-Dangl (LT Bgld Eisenstadt) wieder bei einer EM mit dabei, und die Vorzeichen auf einen Semifinaleinzug standen diesmal sehr gut. Vor wenigen Wochen hatte sich der Burgenländer zum Neo-ÖLV-Rekordler über 400m Hürden aufgeschwungen und heuer gleich reihenweise 49er-Zeiten gezeigt. Heute in den Vorläufen zeigte er diese Form wieder, ließ zu Beginn wie gewohnt der Konkurrenz den Vortritt, um auf den letzten 150m aufzuholen und seinen Heat als Zweiter in 49,39s zu beenden. Damit blieb der 24-Jährige nur um 21/100s über seiner PB und mit der sechstschnellsten Zeit aller Teilnehmer war der Aufstieg ins morgige Halbfinale eine ausgemachte Sache. Der Neufelder sieht aber noch Steigerungspotential, wenn möglich soll jetzt endlich die 49-Sekunden-Barriere fallen.

Niklas Strohmayer-Dangl: “Es war ein solider Lauf, aber nichts Besonderes. Aber bei einem EM-Vorlauf um diese Zeit bei ganz windigen Bedingungen die zweitbeste Zeit meiner Karriere zu laufen, damit bin ich ganz zufrieden. Jetzt heißt es etwas runterfahren und fürs Halbfinale vorzubereiten. Es wird natürlich eine Challenge dort mitzuhalten, wenn die Fixqualifizierten mit frischen Beinen ohne Vorlauf dazukommen. Der Fokus ist dort nochmal einen sehr guten Lauf zu zeigen und dann werden wir sehen was rausschaut.”

Sturz-Pech verhindert möglichen Finaleinzug für Lena Pressler

Gestern hatte Lena Pressler (Union St.Pölten) mit einer bestechenden Vorstellung mit einem Laufsieg in den Vorläufen über 400m Hürden souverän den Aufstieg ins Semifinale geschafft, mit 54,97s war sie sogar die schnellste aller Teilnehmerinnen gewesen. Heute wollte sie sich nocheinmal steigern und ihre PB von 54,55s angreifen. Die Niederösterreicherin startete wie immer aggressiv und kam gleich in einen guten Rhythmus. Auf der Gegengerade etablierte sie sich unter den Top-4 ihres Laufes, in der zweiten Kurve wurde der Abstand zu den Führenden sogar wieder geringer. Doch dann das große Pech: bei der achten Hürde blieb die 25-Jährige mit dem Schwungbein an der Hürde hängen und stürzte. Sie beendete den Lauf zwar noch, mit 61,85s war die Zeit dann aber irrelevant. 

Die Zwischenzeiten zeigten, dass die St.Veiterin zum Zeitpunkt des Sturzes schon um 34/100s schneller als gestern war, sie hatte heute also sogar eine Final-Chance, denn als 8. schaffte es Louise Maraval (FRA) mit 54,50s in den Endlauf.

Lena Pressler: “Ich war mega motiviert und habe mich mega gefreut. Natürlich habe ich den Lauf von gestern noch gespürt, aber am Start war ich voll motiviert. Bis zur siebten Hürde bin ich richtig gut gelaufen und ich habe auch das Gefühl gehabt, auch am Schluss nochmal richtig gut attackieren zu können. Dann bin ich bei der Hürde hängen geblieben und natürlich ist die Enttäuschung riesig. Das muss ich jetzt so nehmen und das gehört halt auch dazu. Es war mein erster Semifinaleinzug bei einer EM und im Vorlauf bin ich super gelaufen.”

Kämpferische Anja Dlauhy finisht bei Debüt auf Rang 14

Auch Anja Dlauhy (ULC Riverside Mödling) hatte gestern ihren Vorlauf in 55,42s gewonnen, sie hatte also einen gelungenen Einstand bei ihrem EM-Debüt gefeiert. Die 23-Jährige, die heuer den ÖLV-Rekord schon zwei Mal verbessert hatte, wollte heute wieder voll angreifen und ihre Zeit von gestern steigern. Die erste Rennhälfte gelang der Niederösterreicherin auch ausgezeichnet, dann hatte sie aber mit dem doch starken Gegenwind zu kämpfen, der es ihr schwer machte ihren Schritt-Rhythmus gut halten zu können. Trotzdem gelang der Traiskirchnerin mit 55,22s eine Steigerung zu gestern, sie belegte damit Platz 6 in ihrem Semifinale. In der Endabrechnung ergab das für Dlauhy Rang 14, ein mehr als erfolgreiches Debüt auf internationalem Parkett in der allgemeinen Klasse. 

Anja Dlauhy: “Es war wirklich extrem cool zu laufen und ich habe den ganzen Lauf genossen. Im Vergleich zu gestern bin ich heute sehr gut ins Rennen gestartet, aber die zweite Rennhälfte war diesesmal nicht ganz optimal, auch weil wir heute dort Gegenwind hatten. Alles in Allem bin ich aber sehr zufrieden. Bereits den Vorlauf in den Beinen zu haben ist vermutlich bis zu einem gewissen Grad schon ein Nachteil, aber wir 400m Hürden-Läuferinnen sind vom Training her so eine hohe Belastung eigentlich gewohnt. Für mich war es im Wettkampf eher eine neue Erfahrung, denn ich bin noch nicht oft zwei Tage hintereinander gelaufen, aber ich war nicht müder als gestern.”

Comeback im Diskuswurf verläuft für Will Dibo  nicht nach Wunsch

Will Dibo (SKV Feuerwehr Wien) war schon bei einer U18-EM, einer U20-EM und einer U23-EM am Start gewesen, jetzt gab er also sein Debüt bei den “Großen”. Der US-Student hatte ein ausgezeichnetes Frühjahr, zog sich aber vor sechs Wochen einen Muskelfaserriss in der Wade zu und konnte vier Wochen lang gar nicht trainieren. Eine alles andere als perfekte Vorbereitung auf eine EM also, doch der Wiener wollte trotzdem alles probieren. Mit einer Serie von 53,72m / 54,12m / 55,31m gelang dem 24-Jährigen zwar mit jedem Wurf eine Steigerung, der große Wurf gelang aber heute nicht, dafür war der Trainingsrückstand offenbar zu groß. Wie schwer es bei störendem Rückenwind für die Werfer war, zeigt die Tatsache, dass auch die Weltmeister und Olympiasieger in dieser Gruppe die direkte Qualifikationsweite von 66,00m klar verfehlten. In der Endabrechnung belegte Dibo somit Platz 27.

Will Dibo: “Ich bin überhaupt nicht zufrieden mit dem Wettkampf. Es war der erste Bewerb nach der Wadenverletzung bei den Balkanmeisterschaften. Ich konnte erst vor zwei Wochen wieder anfangen Drehwürfe zu machen, und ich hatte bereits wieder richtig gute Wurfeinheiten dabei. Das Einwerfen lief heute mit ca. 57 Metern eigentlich super, aber ab dem ersten Versuch war die Technik irgendwie komisch. Ich bekam überhaupt keinen Druck auf den Diskus und hatte keine Power. Leider ging sich vor der EM wegen der Verletzung kein weiterer Wettkampf mehr aus, sonst hätte ich gewusst, was ich korrigieren muss. Es war eine tolle Erfahrung und es haben sich auch andere starke Werfer sehr schwer getan. Leider hatte ich keinen guten Tag und es war auch der schlechteste Wettkampf der Saison. Ich muss das einfach abhaken und mit dem Trainer besprechen.”

Vorlauf-Aus für Leo Köhldorfer über 400m Hürden nach starkem Beginn

In Rom vor zwei Jahren hatte Leo Köhldorfer(ULC Linz Oberbank) sein EM-Debüt gefeiert, auch heuer hatte er es wieder zur EM geschafft. Der 25-Jährige begann sehr beherzt und lag bis in die zweite Kurve unter den Top-3 seines Vorlaufes, dann schien er im Vergleich zur Konkurrenz etwas abzufallen. Mit 51,02s wurde der Oberösterreicher auf Rang 8 durchgereicht, die Zeit reiht sich aber nahtlos in seine heuer bereits gezeigten Leistungen ein, schade, dass der mutige Lauf des Linzers nicht belohnt wurde.

Leo Köhldorfer: “Bis zur achten Hürde ging es mir ganz gut, dann musste ich den Rhythmus wechseln und konnte das Tempo nicht ganz halten. Die Zeit ist ungefähr so wie immer heuer, es ist halt nicht der gewünschte Ausreißer nach oben.” 

Traum vom Semifinaleinzug platzt für Caroline Bredlinger

Es war schon das fünfte internationale Großereignis innerhalb von 18 Monaten für Caroline Bredlinger (LT Bgld Eisenstadt) und die erste Freiluft-EM. Die Burgenländerin hatte sich letztes Jahr deutlich gesteigert, heuer war der perfekte Lauf noch nicht dabei gewesen. Auf Bahn 3 startend fand sie sich bald innen eingesperrt, nach 200m und nach ca. 400m war sie auch zwei Mal in Drängereien verwickelt und musste Tempo rausnehmen. In Runde 2 auf der Gegengerade versuchte die 25-Jährige außen anzugreifen, die Konkurrenz hielt aber dagegen. Auf den letzten 70 Metern wurde es für die Trausdorferin sogar noch schwieriger, sie konnte nicht mehr zulegen und finishte mit 2:03,41min als Sechste deutlich hinter ihrer Season Best. Mit insgesamt Rang 27 gelang der erhoffte erste Semifinaleinzug diesmal noch nicht, im Ziel hatte Bredlinger dann mit heftigen Atemproblemen zu kämpfen, erholte sich nach einiger Zeit aber wieder.

Markus Fuchs bleibt im 100m-Vorlauf hängen

Seine fünfte EM-Teilnahme über 100m wird Markus Fuchs (Union St.Pölten) wahrscheinlich möglichst bald vergessen wollen. Nach mehreren gesundheitlich schwierigen Jahren war der ÖLV-Rekordhalter erst spät ins Feld der EM-Teilnehmer gerutscht, weil auch heuer diverse Probleme einen optimalen Formaufbau verhindert hatten. Dazu kam heute der starke Gegenwind, der einen relativ “leichten” Sprinter wie den Niederösterreicher noch mehr stört als viele Andere. Dem 30-Jährigen gelang zwar eine ausgezeichnete Startphase, ab Hälfte des Rennens zog die Konkurrenz aber davon und der Brunner finishte bei 2,8 m/s Gegenwind mit 10,76s auf Rang 7. Auf den Aufstieg ins Semifinale der Top-12 fehlten dem Brunner somit 19/100s.

Markus Fuchs: “Die Erwartungen sind immer höher, aber ich glaube, ich habe das Beste aus der Situation gemacht. Deswegen bin ich gar nicht so unzufrieden. Es war wichtig für mich beschwerdefrei laufen zu können und das habe ich hinbekommen. So dumm es klingen mag, konnte ich diese Meisterschaften mal auf eine etwas andere Art genießen. Jetzt gehe ich direkt in den Urlaub bzw. heirate am Samstag und darauf freue ich mich natürlich am meisten.”

Zeitplan der ÖLV Athleten bei der EM in Birmingham

Datum Ortszeit MESZ Bewerb Athlet/in
DI

11.08.

19:25 20:25 5000m (Finale) Frauen Lisa Redlinger
MI

12.08.

11:05

12:55

19:55

20:40

21:47

12:05

13:55

20:55

21:40

22:47

400m (VL) Frauen

400m Hürden (SF) Männer

110m Hürden (SF) Männer

Dreisprung (Q) Männer

110m Hürden (Finale) Männer

Susanne Gogl-Walli

Niklas Strohmayer-Dangl

Enzo Diessl

Endiorass Kingley

Enzo Diessl

DO

13.08.

11:30

12:45

20:45

12:30

13:45

21:45

3.000m Hindernis (VL) Männer

400m (SF) Frauen

Diskus (Finale) Männer

Tobias Rattinger

Susanne Gogl-Walli

Lukas Weißhaidinger

FR

14.08.

10:35

11:25

12:05

19:35

20:40

20:55

11:35

12:25

13:05

20:35

21:40

21:55

100m Hürden (7K) Frauen

Hoch (7K) Frauen

1.500m (VL) Männer

Kugel (7K) Frauen

400m Hürden (Finale) Männer

200m (7K) Frauen

Verena Mayr

Verena Mayr

Raphael Pallitsch

Verena Mayr

Niklas Strohmayer-Dangl

Verena Mayr

SA

15.08.

07:30

10:25

11:55

12:40

19:45

20:10

20:17

21:07

21:48

08:30

11:25

12:55

13:40

20:45

21:10

21:17

22:07

22:48

Halbmarathon Gehen Frauen

Weit (7K) Frauen

Speer (7K) Frauen

4x100m (VL) Frauen

800m (7K) Frauen

400m (Finale) Frauen

Dreisprung (Finale) Männer

1.500m (Finale) Männer

4x100m (Finale) Frauen

Theresia Mohr

Verena Mayr

Verena Mayr

Nationalstaffel

Verena Mayr

Susanne Gogl-Walli

Endiorass Kingley

Raphael Pallitsch

Nationalstaffel

SO

16.08.

07:30

08:10

20:50

08:30

09:10

21:50

Marathon Frauen

Marathon Männer

3.000m Hindernis (Finale) Männer

Julia Mayer, Eva Wutti

Andreas Vojta

Tobias Rattinger

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ORF überträgt die EM täglich LIVE. Kommentatoren: Dietmar Wolff / Thomas König

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Mi 12.08. 11:30 14:30 ORF 1 LIVE
Mi 12.08. 20:30 23:00 ORF Sport+ LIVE (20:00 – 20:30 nur auf ORF ON)
Do 13.08. 11:30 16:10 ORF 1 LIVE
Do 13.08. 19:55 23:00 ORF Sport+ LIVE (19:30 – 19:55 nur auf ORF ON)
Fr 14.08. 11:30 14:00 ORF 1 LIVE
Fr 14.08. 20:30 23:00 ORF Sport+ LIVE
Sa 15.08. 08:25 11:20 ORF Sport+ LIVE
Sa 15.08. 11:20 15:10 ORF 1 LIVE
Sa 15.08. 21:00 23:00 ORF Sport+ LIVE (20:40 – 21:00 nur auf ORF ON)
So 16.08. 08:25 11:55 ORF 1 LIVE
So 16.08. 20:30 23:00 ORF Sport+ LIVE

(Stand vom 2.8., kurzfristige Änderungen möglich)

Alle Live-Übertragungen von ORF SPORT+ sind außerdem via ORF ON als Live-Stream zu sehen und danach on-demand abrufbar.

Ebenfalls LIVE überträgt EUROSPORT mit den Kommentatoren Sigi Heinrich und Markus Röhrig.

 

Text- und Bildquelle: Österreichischer Leichtathletik-Verband | @amri.photo

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