Mit gerade einmal 20 Jahren zählt Charlize Mörz bereits zu den größten Namen des österreichischen Kunstturnens. Olympiateilnehmerin, Weltcup-Siegerin und als erste Österreicherin überhaupt Finalistin bei einer Kunstturn-Weltmeisterschaft – die Burgenländerin hat in den vergangenen Jahren Meilensteine gesetzt, die vor ihr nur wenigen heimischen Turnerinnen gelungen waren. Bei der Europameisterschaft in Zagreb bestreitet Mörz nun bereits ihre fünften kontinentalen Titelkämpfe und zählt vor allem am Sprung zu den Anwärterinnen auf einen absoluten Spitzenplatz.
Begonnen hat die Karriere der Ausnahmeturnerin im Mittelburgenland. Im Alter von vier Jahren entdeckte Mörz beim ASKÖ Kunstturnen Mattersburg ihre Leidenschaft für den Sport, lernte dort ihre ersten Sprünge, Salti und Überschläge. Schnell zeigte sich: Mörz hat Talent, mehr als viele andere ihres Alters. Es folgte der nächste logische Schritt. Weil die Trainingsbedingungen im Burgenland den Anforderungen des internationalen Spitzensports nicht mehr gerecht wurden. „Wir haben damals in einem Kindergarten trainiert. Irgendwann war die Halle einfach zu klein, es brauchte Veränderung“, erinnert sich Mörz.
Umzug & internationaler Aufstieg
Mit knapp 16 Jahren erfolgte auch deshalb der Wechsel an den Bundesstützpunkt nach Linz. Zunächst pendelte sie noch zwischen Mattersburg, Linz und der Schule in der Südstadt, ehe sie endgültig den Schritt nach Oberösterreich wagte. „Das Pendeln war irgendwann einfach zu anstrengend. Natürlich war es anfangs schwer, mich in einer neuen Stadt als noch junges Mädchen zurechtzufinden. Im Nachhinein war das aber eine sehr gute und die richtige Entscheidung.“
Dort begann auch ihr internationaler Aufstieg. Es folgten die erste Weltmeisterschaft, der Durchbruch im Weltcup mit den ersten Goldmedaillen, die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2024 in Paris und schließlich der bisher größte Erfolg ihrer Karriere: Bei der Weltmeisterschaft 2025 schrieb Mörz österreichische Turngeschichte. Als erste heimische Kunstturnerin erreichte sie ein Gerätefinale und belegte am Sprung den ausgezeichneten siebenten Platz.
Feintuning & Selbstverständnis
Seit Anfang des Jahres arbeitet Mörz nun mit Nationaltrainerin Lara van Dyck zusammen. Die ehemalige Trainerin von Olympiasiegerin Nina Derwael feilte mit der Burgenländerin vor allem an der Qualität ihrer Übungen und schulte die Eigenverantwortung ihrer Athletin. „Ich habe mich auf allen Geräten nochmals verbessert, die Übungen verfeinert. Zudem habe ich auch ein gewisses Selbstverständnis entwickelt“, verrät Mörz.
Bei ihrer fünften EM-Teilnahme in Zagreb wird Mörz den Mehrkampf bestreiten. Der größte Fokus liegt dennoch auf ihren stärksten Geräten Sprung und Boden. Am Sprung darf sich die mehrfache Staatsmeisterin berechtigte Hoffnungen auf den Finaleinzug und bei optimalem Verlauf auch auf eine Medaille machen.
Text- und Bildquelle: Turnsport Austria






