Von Bewerb zu Bewerb:
200m
Magdalena Lindner (Union St.Pölten) war als Favoritin in den 200m-Bewerb gegangen, schon letztes Jahr hatte sie über diese Distanz gesiegt. Die Niederösterreicherin wollte vor allem die Kurve heute stark laufen, das gelang ihr auch ausgezeichnet und sie kam schon als Führende auf die Zielgerade. Die 26-Jährige zog bei Gegenwind von -0,6 m/s auch durch und darf sich mit 23,63s zum zweiten Mal nach 2025 Staatsmeisterin über 200m nennen. Stark auch als Zweite Lenia Standfest (ATSE Graz), die bei diesen ungünstigen Bedingungen mit 24,01s neue PB aufstellte. Das Podium komplettierte dann noch Christiane Krifka (SVS LA) mit 24,26s.
Magdalena Lindner: „Die Kurve war heute richtig gut, darauf habe ich mich auch konzentriert. Bei 150m hat es mir den Stecker gezogen, mit dem Gegenwind war es dann nicht einfach durchzuziehen. Aber ich freue mich wieder einen Sprint-Titel geholt zu haben.“
Lukas Pullnig (KLC) mit 21,53s (-0,9) auf Rang 1, Klaus Grünbart (ÖTB-OÖ LA) nur 2/100s dahinter auf Rang 2, der Meister und Vizemeister des Vorjahres reproduzierten das Ergebnis von 2025. Der Kärntner zeigte vor allem beeindruckende erste 100m, der Oberösterreicher kämpfte aber verbissen bis zum letzten Meter, fabrizierte sogar einen Hechtsprung über die Ziellinie, musste sich aber zum wiederholten Male mit Silber begnügen. Bronze ging an einen Lokalmatador, Emil Schwanninger lief auf Bahn 1 starke 21,80s.
Lukas Pullnig: „Ich der Kurve bin ich offenbar noch immer eine Macht. Nach 80m habe ich kurz den Oberschenkel gespürt aber trotzdem durchgezogen. Die Zielgerade war hart, vor allem die letzten 10m habe ich irgendwie rübergebracht. Aber ich wollte diesen Titel unbedingt holen und habe darum gekämpft. Schade, dass wir das ganze Wochenende Gegenwind hatten, das ärgert mich ein wenig, aber ansonsten waren es coole Wettkämpfe.“
800m
Caroline Bredlinger (LT Bgld Eisenstadt) peilte nach dem Mittelstrecken-Double in der Halle jetzt selbiges auch Outdoor an. Die Burgenländerin legte gleich flott los und setzte sich bald von den Konkurrentinnen ab, mit einer Siegerzeit von 2:05,19min war sie wie erwartet ungefährdet. Katharina Stöger (Union Salzburg LA) konnte sich in Runde 2 vom Hauptfeld lösen, wurde aber knapp vor dem Ziel noch von der stark aufkommenden Lotte Seiler (KSV Alutechnik) abgesprintet, 2:08,73min zu 2:09,08min lautetet das Endergebnis.
Caroline Bredlinger: „Die erste Runde verlief nach Plan, in der zweiten Runde hätte ich etwas mehr Druck machen wollen. Aber ich fühle mich gerade nicht ganz topfit, daher ist die Zeit schon in Ordnung. Jetzt mit zwei Goldmedaillen nach Hause fahren zu dürfen ist schon cool.“
Nach Gold über 1500m gestern verzichtete Raphael Pallitsch (Union St.Pölten) heute auf die 800m los, daher wurde es nichts mit dem Double für den Burgenländer. So kam es zum Duell von Hallenmeister Niklas Kainrath (Union St.Pölten) gegen den seit kurzem für Österreich startberechtigten Cass Elliott (DSG Wien). Dieser hatte noch eine kleine Chance auf den Zug zur EM in Birmingham aufzuspringen und schlug daher vom Start weg ein hohes Tempo an. Doch der Niederösterreicher ließ sich nicht abhängen, konnte sich auf den letzten Metern sogar noch nach vorne schieben und mit 1:49,11min jetzt auch seinen ersten Sieg bei Freiluft-Staatsmeisterschaften feiern. Elliott hatte im Ziel 24/100s Rückstand, Dritter wurde mit 1:52,38min Samuel Kreb (ULC Linz Oberbank).
Niklas Kainrath: „Ich habe gewusst, dass es ein schnelles Rennen wird. Aber ich gehe in jede Meisterschaft um sie zu gewinnen. Der Plan ist gut aufgegangen, erst mit Cass mitlaufen und am Ende attackieren. Der Titel fühlt sich super an, jetzt ist es zum ersten Mal auch draußen aufgegangen.“
4x100m
Letztes Jahr hatte die Frauenstaffel der Union St.Pölten den Rekord für Vereinsstaffeln an die SU Leibnitz verloren, diesmal holten sie sich diesen mit einer sehr starken Vorstellung zurück. Christania Williams, Magdalena Lindner, Magdalena Lang und Moyo Bardi trommelten 45,27s auf die Bahn und unterboten die alte Bestleistung um 2/100s. Die Steirerinnen wurden in 45,56s diesmal Zweite, Rang 3 belegte die ULC Riverside Mödling mit 47,37s.
Bei den Männern war diesmal ULC Riverside Mödling nicht zu schlagen, in der Besetzung Chinomnso Nnamdi, Raphael Pöstinger, Daniel Seidl und Lucas Gschier benötigten sie 41,58s. Silber und Bronze holten TGW Zehnkampf-Union mit 42,57s und ULC Linz Oberbank mit 42,69s.
Hammerwurf
Sechs Staatsmeistertitel in Folge und insgesamt acht Mal Gold hatte Bettina Weber (SVS LA) schon gefeiert, sie ging also auf Titel Nummer 9 los. Nina Butter (Union St.Pölten) machte ihr das Leben aber schwer und kam im letzten Durchgang mit PB von 56,18m noch bis auf 65cm an die Niederösterreicherin heran, die mit 56,83m aber die Tageshöchstweite schaffte. Ebenfalls noch am Podium stand Cristina Adela Roberts Nadal (Union Salzburg LA), die mit 51,27m deutliche neue PB warf.
Bettina Weber: „Es ist schön den Titel verteidigt zu haben, auch wenn die Weiten heute nicht dort waren wie erhofft. Aber ich musste in den letzten Monaten aus privaten Gründen mit dem Training etwas rausnehmen, daher ist es den Umständen entsprechend.“
Seine Sammlung ebenfalls erweitern durfte Kilian Moser (Union St.Pölten), er war auch in Innsbruck wieder nicht zu schlagen und holte somit seinen bereits sechsten Staatsmeistertitel. Der Niederösterreicher hatte mit 54,97m am Ende mehr als 8m Vorsprung auf den Nächstplatzierten. Dieser war David Kamensek (ATG), der heute 46,05m schaffte und Tvrtko Roncevic (Union Salzburg LA) mit 43,41m hinter sich ließ.
Diskuswurf Frauen
Beeindruckend ist die Siegesserie von Djeneba Toure (ATG), seit 2018 hatte sie jedes Jahr den Titel geholt, und auch heuer war es nicht anders. Die Steirerin zeigte eine konstante Serie mit vielen 50+ Würfen und siegte mit einer Weite von 52,52m vor Veronika Watzek (KLC) – 49,21m und Pia Kostak (Union Pottenstein) – 38,86m.
Djeneba Toure: „Für eine Sommersportart war es sehr kühl heute morgen, das liegt mir gar nicht. Daher war es auch schwierig für mich in den Wettkampf zu kommen, aber am Ende gings wieder ganz gut und ich habe gewonnen, das war das Wichtigste. Jetzt will ich nächstes Jahr auch noch meinen zehnten Titel holen.“
Dreisprung
Nach längerer Wettkampfpause hatte Titelverteidigerin Viktoria Straczek-Helios (DSG Wien) erst vor einer Woche wieder ihren ersten Dreisprung absolviert. Die Wienerin machte heute gleich mit ihrem ersten Sprung alles klar, 12,79m (0,5) lautete bereits nach Runde 1 die Siegerweite, die sie in Durchgang 4 noch einmal erreichte. Knapp wurde es im Kampf um Silber, Lucrezia Sartori (Union Salzburg LA) konnte sich mit 12,24m (-0,2 / PB) gegen ihre Vereinskollegin Ingeborg Grünwald mit 12,12m (-0,6) durchsetzen, beide erzielten ihre beste Weite erst im letzten Versuch.
Endiorass Kingley (TGW Zehnkampf-Union), wer sonst sollte sich diesen Titel sichern. Der WM-Neunte peilte sein viertes Gold nach 2021, 2022 und 2025 an, und mit zwei Mal 16,00m (0,0) hatte er dann auch 1,01m Vorsprung auf seine Konkurrenten. Jetzt heißt es für den 24-Jährigen ÖLV-Rekordler ganz fit für die EM werden. Lorenz Weber (Union St.Pölten) durfte sich mit 14,99m (-0,4) und PB über Silber freuen, mit Bronze wurde der Meister von 2024 Felix Pircher (ATSE Graz) mit 14,53m (-0,6) belohnt.
Endiorass Kingley: „Die 17 Meter habe ich mir für die EM aufgehoben, dort will ich dann weit springen. Aber es war ein schöner Wettkampf heute, es hat Spaß gemacht und ein Titel ist immer etwas Besonderes.“
Hochsprung
Christiane Krifka (SVS LA), die Meisterin von 2023 und 2025 verzichtete zugunsten der 200m heute auf einen Start, daher war ein knapper Wettkampf sehr wahrscheinlich. So kam es dann auch, bei 1,68m lagen gleich sechs Springerinnen in der Wertung eng beisammen. Nur Lea Germey (SV Reutte Leichtathletik) und Ekaterina Krasovskiy (DSG Wien) schafften diese Höhe im dritten Versuch, die Tirolerin anschließend als Siegerin noch 1,74m, die Wienerin als Zweite 1,71m. Bronze ging wegen der geringeren Anzahl an Fehlversuchen mit 1,68m an Maxima Sperr (ULC Linz Oberbank).
Lea Germey: „Ich bin heute mit wenig Erwartungen in den Wettkampf gegangen, weil es im Sommer bisher nicht so gut gelaufen ist. Aber meistens funktioniert es dann eh am Besten, weil man locker bleibt. Der Sieg vor der Familie und den Freunden ist natürlich ganz besonders schön.“
Andreas Steinmetz (SVS LA), der diese Disziplin bereits 2018-2020 und 2025 gewonnen hatte, fügte seiner Sammlung heute eine fünfte Goldmedaille hinzu. Als einziger Springer überquerte er heute die 2,00m, damit war ihm der Sieg bereits sicher. Eine Steigerung seiner PB um 4cm auf 1,97m schaffte Junior Marko Bergsmann (TGW Zehnkampf-Union), Bronze holte Niklas Voss (Sparkasse SG Götzis) mit übersprungenen 1,94m.
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Livestream (auch on-demand abrufbar)
Samstag (Beginn 15:10)
Sonntag (Beginn 09:55)
TV-Beiträge von den Meisterschaften werden am Samstag, 1.8. um 19:30 auf ORF Sport+ und am Sonntag, 2.8. um 11:50 auf ORF 1 in der Sendung Sportbild gesendet.
Text- und Bildquelle: Österreichischer Leichtathletik-Verband | @amri.sports






