Zum Abschluss des zweiten Tages bei der U18-EM schrieb sich Marco Glinz (UVB Purgstall) in die ÖLV-Geschichtsbücher. Er gewann im 100 m Finale mit 10,45 s Bronze. Wie bereits in den Vorrunden, zeigte er wieder ein extrem starkes Rennen und setzte sich um eine Hundertstelsekunde gegen den Viert- und Fünftplatzierten durch. Bereits im Halbfinale stellte der Niederösterreicher mit der selben Zeit einen ÖLV-U18- und U20-Rekord auf. Angereist war Glinz mit 10,49 s, gelaufen auf seiner Trainingsanlage in St. Pölten. Der Sieg in Rieti über 100 m ging an den Briten Divine Iheme mit einem Meisterschaftsrekord von 10,29 s. Silber holte der Spanier Francisco de Las Heras in 10,36 s.
Im Interview mit European Athletics sagte der Bronzemedaillen-Gewinner Marco Glinz: „Ich wusste, dass meine Saison und meine Ergebnisse sehr gut waren, aber ich konnte mir niemals vorstellen, dass ich jetzt Dritter bei den U18-Europameisterschaften werde. Ich habe keine Worte, es ist so crazy, ich kann es nicht glauben. Ich werde ein paar Tage brauchen, um das alles zu realisieren, ich bin überwältigt! Es ist eine Ehre der schnellste Nachwuchsathlet Österreichs und einer der Schnellsten Europas zu sein.“ Ein großes Danke schickte er an seine Trainer:innen Riccardo Vantini und Valentina Cavalleri sowie an seine Eltern, seinen Bruder und seinen extra angereisten Fanclub. Am morgigen Samstag geht’s für Marco Glinz im 200-m-Semifinale nochmal um eine schnelle Zeit. Heute Früh hatte er auch in diesem Bewerb schon einen ÖLV-U18-Rekord von 21,39 s aufgestellt.
Zuletzt war 2018 in Györ ein 100-m-Sprinter für Österreich bei der U18-EM am Start, dieses Jahr waren es gleich zwei. Damals sprintete der ehemalige Österr. U18-Rekordhalter Daiyehan Nichols-Bardi (Union St. Pölten) im Semifinale 10,98 s. Eine österreichische Finalteilnahme in diesem Bewerb gab es noch nie zuvor in der 10-jährigen U18-EM-Geschichte.
Prammer kratzt an Rekordzeit
Seinen Worten nach dem gestrigen Vorlauf wurde Jonas Prammer (ULC Linz Oberbank) einen Tag später gerecht. Er wollte sich steigern und das gelang fulminant. Er sprintete zu 48,06 s, wurde toller 13. ingesamt und blieb nur fünf Hundertstel über dem österreichischen U18-Rekord. Angereist war er auf Rang 28 der Entry List und verbesserte sich somit deutlich. Bisher lag der Oberösterreicher mit einer Zeit von 48,58 s auf Rang 8 der ewigen ÖLV-U18-Bestenliste (Outdoor), nun konnte er sich um eine gute halbe Sekunde steigern und liegt auf Rang 2. Nur der Kärtner Florian Herbst war 2019 mit 48,01 s schneller.
Im 400 m Halbfinale stand auch Jasmin Ungersböck (ULC Riverside Mödling). Nach zwei PBs (400 m und 200 m Vorlauf) innerhalb von nur kurzer Zeit, war es heute nochmal ein Lauf zum Genießen. Am Ende wurde es Platz 24 mit 57,27 s. Die Stimmung im Stadion war wieder sehr gut und Ungersböck durfte direkt vor dem österreichischen Fanblock starten. Sie zog ein sehr positives Fazit über ihre U18-EM-Rennen: „Alleine das Feeling hier im Semifinale dabei zu sein und zu sehen, wie die Mädls neben mir extrem konzentriert sind und genau wissen, was sie machen, ist unglaublich. Meine Zeit war jetzt nicht so gut. Ich war den ganzen Tag schon in der Hitze unterwegs und bin im 200-m-Vorlauf PB gelaufen. Das habe ich heute schon in den Beinen. Ich nehme trotzdem nur die positiven Erinnerungen mit und freu mich hoffentlich auf ein Großevent nächstes Jahr!“
800-Duo mit solidem Endresultat
Am Freitag Abend waren gleich zwei Österreicher im 800 m Halbfinale dabei. Nachdem sie sich mit einem Laufsieg bzw. PB im Vorlauf stark präsentierten, wurde heute nochmal um das bestmögliche Ergebnis in der Hitze von Rieti (ca. 35 Grad) gekämpft. Der Rennverlauf im ersten Lauf mit Sebastian Kofler (LC Villach) war wie am Vortag sehr taktisch. Am Ende reichte Koflers Zielsprint um 5/100 knapp nicht für eine direkte Final-Qualifikation, für ein kleines „q“ war das Rennen leider etwas zu langsam.
Im zweiten Semifinale ging Jonas Mesi (SU IGLA long life ) mutig in die erste Runde, konnte das Tempo aber nicht bis zum Schluss halten. Im Endresultat bedeutete das einen guten Platz 11 für Kofler (1:53,98 min ) und Platz 16 für Mesi (1:56,97 min). Beide konnten sich gegenüber der Entry List klar verbessern. Übrigens lief Bruder Julian Mesi genau vor zwei Jahren bei der U18-EM in Banská Bystrica auch über 800 m mit, schied allerdings im Vorlauf aus. Jonas, der im Vorlauf in Rieti eine PB von 1:53,14 min aufstellte, wird im nächsten Jahr nochmal in der U18-Klasse startberechtigt sein.
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Der ÖLV-Zeitplan fürs Wochenende
| Samstag, 18.07.26 | ||||
| 08:35 | 100m | M | 10K | Gschier |
| 10:07 | 800m | W | SF (1) | Karall |
| 10:20 | Weitsprung | M | 10K | Gschier |
| 11:02 | 100m Hü | W | VL (5) | Schwarz |
| 11:15 | 110m Hü | M | VL (1) | Ahmed |
| 12:30 | 200m | M | SF | Glinz |
| 13:05 | Kugelstoß | M | 10K | Gschier |
| 17:10 | Hochsprung | M | 10K | Gschier |
| 17:36 | 400m Hü | M | SF (3) | Klucsik |
| 20:10 | 400m | M | 10K | Gschier |
| Sonntag, 19.07.26 | ||||
| 08:30 | 110m Hü | M | 10K | Gschier |
| 09:25 | Diskuswurf | M | 10K | Gschier |
| 11:00 | Stabhoch | M | 10K | Gschier |
| 11:55 | 100m Hü | W | SF | *Schwarz |
| 12:25 | 110m Hü | M | SF | *Ahmed |
| 15:55 | Speerwurf | M | 10K | Gschier |
| 17:25 | 400m Hü | M | F | *Klucsik |
| 18:20 | 100m Hü | W | F | *Schwarz |
| 18:32 | 110m Hü | M | F | *Ahmed |
| 18:45 | 800m | W | F | *Karall |
| 19:35 | 1500m | M | 10K | Gschier |
* bei Aufstieg in die nächste Runde
Text- und Bildquelle: Österreichischer Leichtathletik-Verband | Coen Schilderman






