Unglaublich, aber wahr: Eigentlich wollte Mateo Fraisl im Juli das Turntraining nach seinem Oberschenkelbruch im März beim DTB-Pokal in Stuttgart langsam wieder aufnehmen. Jetzt darf der 20-Jährige sogar mit einem Start bei der EM in Zagreb Mitte August spekulieren. Beim Länderkampf am Samstag in Linz wird er am Pferd sein Können zeigen.
„Noch im April hätte ich dich gefragt, ob du spinnst. Da hatte ich die EM in Zagreb komplett abgeschrieben. Aber mittlerweile geht’s mir ungleich besser, langsam kann ich auch wieder mit dem Laufen beginnen“, erzählt Mateo. Bei einem internen Test in Innsbruck turnte der Olympia-Kaderathlet an vier Geräten. „Eigentlich lief es richtig gut, außer am Pferd habe ich aber jeweils auf die Abgänge verzichtet. Das wollte ich meinem linken Bein noch nicht zumuten.“
Die 16-Zentimeter lange Narbe ist gut verheilt, auch seinem Normalgewicht von 64 kg nähert sich der Vorarlberger wieder langsam an. „Im März hat die Waage nur mehr 59 kg angezeigt. Jetzt bin ich bei 62 kg. Schön langsam, Schritt für Schritt, kehrt mein normaler Alltag zurück. Und am Samstag hoffe ich auf eine Punkteleistung von 13.000 oder mehr.“
Wenn’s am Samstag nach Wunsch läuft, dann könnte sich Mateo noch fürs EM-Team empfehlen. „Das wäre unfassbar cool. Im Training funktioniert meine Pferdübung schon ganz gut, Fehler passieren eigentlich kaum noch. An den anderen Geräten habe ich natürlich großen Aufholbedarf.“ Aber daran will er vor Linz gar nicht denken. „Ich kämpfe mich langsam zurück. Die EM wäre für mich ein Bonus, mit dem ich eigentlich nicht mehr rechnen durfte.“ Nachsatz: „Ohne die Langzeit-Ausfälle von Paul Schmölzer und Alfred Schwaiger wäre ich keine sinnvolle Alternative. Aber so hat sich plötzlich eine kleine Chance eröffnet.“
Nationaltrainer Michael Fussenegger zeigt sich von seinem Schützling jedenfalls beeindruckt: „Mateo ist für uns eine wertvolle Ergänzung. Das hat er mit seiner Leistung in Innsbruck definitiv bewiesen. Ich bin sicher, dass er in Linz noch ein paar Prozentpunkte draufpacken kann.“
Text- und Bildquelle: Turnsport Austria






