ÖTV: Dacapo-Auftaktsieg für Ofner in Wimbledon

 

Lilli Tagger und Anastasia Potapova scheiden beim Rasenklassiker in London hingegen früh aus.

Die Hauptbewerbe der Wimbledon Championships 2026 haben aus rot-weiß-roter Sicht am Montag mit einem Sieg und zwei Niederlagen begonnen. Zunächst gelang Sebastian Ofner zum nunmehr siebten Mal in seiner Karriere der Sprung in die zweite Runde eines Grand-Slam-Turniers, zum dritten Mal im All England Lawn Tennis and Croquet Club. Der Steirer (ATP 110) zwang zum Auftakt den Serben Hamad Medjedović (ATP 68) nach 2:54 Stunden Spielzeit mit 1:6, 6:2, 4:6, 6:3, 6:4 in die Knie. Im Duell um seinen bereits dritten Wimbledon-Drittrundeneinzug nach 2017 und 2025 bekommt er es nun am Mittwoch mit dem polnischen Ex-Weltranglistensechsten Hubert Hurkacz (ATP 96) zu tun, der den auf elf gesetzten Norweger Casper Ruud (ATP 12) überraschend klar in drei Sätzen besiegte. Wenig erfreulich ist dagegen der Main Draw der Damen aus österreichischer Perspektive angelaufen, denn für Lilli Tagger und Anastasia Potapova kam jeweils in Runde das Aus. Die erstgenannte Osttirolerin (WTA 82) musste sich der Thailänderin Lanlana Tararudee (WTA 99) nach 2:40-stündigem Kampf mit 6:7 (3), 7:5, 4:6 geschlagen geben. Die auf 27 gereihte Wahlösterreicherin Potapova (WTA 28) hatte indes gegen die Spanierin Jessica Bouzas Maneiro (WTA 52) mit 2:6, 3:6 das Nachsehen. Am Dienstag versucht Sinja Kraus ihr Glück: Die Wienerin (WTA 93) trifft bei ihrem Wimbledon-Hauptfelddebüt in der dritten Partie nach 12:00 Uhr MESZ auf Court 8 auf die für Spanien antretende Russin Oksana Selekhmeteva (WTA 91).

Ofner hatte zuletzt mit einem Finaleinzug beim ATP-125-Sandplatz-Challenger in Parma wieder Selbstvertrauen getankt. Mit diesem im Rücken meisterte er auch die Umstellung auf Rasen. Für den 30-Jährigen war es gegen Medjedović ein Dacapo-Auftaktsieg: Am 1. Juli 2025 hatte er am gleichen Ort und gleichfalls in Runde eins das bisher einzige Duell gegen den 22-Jährigen gewonnen, damals dank dessen Aufgabe beim Stand von 7:6 (8), 3:1 für Ofner. Medjedović lag lange Zeit auf gutem Kurs, die Revanche zu schaffen. Denn Ofner sah sich nicht nur mit einem 0:1- und 1:2-Satzrückstand konfrontiert, sondern bei 0:1 im vierten Abschnitt zudem mit einem Break im Hintertreffen. Das ÖTV-Ass konterte allerdings postwendend und bestimmte in weiterer Folge das Geschehen. Insgesamt 30 Asse, davon allein elf im fünften Durchgang, waren ihm zusätzlich behilflich, das Match noch zu drehen. Auch Tagger gelang bei ihrer Wimbledon-Premiere bei den Erwachsenen nach Satzrückstand zunächst ein Comeback. Auf den ersten Grand-Slam-Hauptfeldsieg ihrer jungen Laufbahn muss die 18-Jährige jedoch vorläufig warten. Im entscheidenden dritten Satz zog Tararudee rasch auf 4:0 bzw. 5:2 und 40:30 davon. Taggers Aufholjagd und Kampfgeist kam letztlich aber zu spät – trotz drei abgewehrten Matchbällen. Wenig zu holen gab es indes für Potapova, die nach einer erkrankungs- und verletzungsbedingt verpatzten Rasensaison in London früh ausschied. Gegen Bouzas Maneiro vermochte sie nie ihre Topform aus der Sandplatzsaison auszuspielen. Die 25-Jährige hatte im Vorfeld zudem verlautbart, sich von ihrem deutschen Trainer Henner Nehles getrennt zu haben. „Ich bin nur mit meinem Sparringpartner Sebastian Pisano und einem Physio hier“, sagte sie laut Medienberichten. Pisano arbeitet auch mit ihrem Freund, dem niederländischen ATP-Profi Tallon Griekspoor.

Text- und Bildquelle: Österreichischer Tennisverband

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