Turn-Ass Mateo Fraisl im Reha-Modus

Turn-Ass Mateo Fraisl hat den Horrorsturz von Stuttgart längst verarbeitet, auch wenn die Rehabilitationsphase nach dem Oberschenkelbruch gerade erst so richtig begonnen hat. Der Vize-Staatsmeister schmiedet erste Pläne für 2027 und sein Comeback auf internationaler Bühne.

Die Waage zeigt gerade mal 59 statt der gewohnten 64 Kilogramm. Auf dem linken Bein sind drei stattliche Narben geblieben, zusammen 16 Zentimeter lang. „Aber langsam kehrt für mich wieder Normalität ein, auch wenn ich die Krücken noch nicht ganz bei Seite legen kann. Autofahren – mit Automatik – darf ich seit letzten Donnerstag wieder, in der Turnhalle war ich auch schon, bei den Kollegen Hallo sagen“, erzählt Mateo Fraisl. Ein Monat ist seit seinem Unfall beim DTB-Pokal in Stuttgart vergangen. Der 20-jährige Vorarlberger, Mitglied des Olympia-Kaders, zog sich bei seiner Sprungübung nach einem Rückwärtssalto mit zweieinhalb Schrauben einen Oberschenkelbruch zu und musste sich zwei Operationen unterziehen. Nach einer Woche im Spital, vier Tage in Stuttgart, drei in der Privatklinik Hochrum, wurde Mateo in häusliche Pflege ins Ländle entlassen. „Die Schmerzen haben mir stark zugesetzt. Mein Unterschenkelbruch vor vier Jahren war im Vergleich, ehrlich gesagt, nur halb so wild. Ich habe sehr viel Blut verloren. Die ersten zwei Wochen waren richtig hart, ich war im Gesicht komplett blass und antriebslos.“

Mittlerweile ist die Rehabilitationsphase im Olympiazentrum Dornbirn voll angelaufen. Viermal pro Woche steht Physiotherapie, dreimal Krafttraining auf dem Programm. „Mir geht’s wieder ganz gut. Ich fühle mich wohl und arbeite am Comeback.“ Ab nächster Woche will der Sportsoldat vermehrt auch in der Turnhalle trainieren. Für die Europameisterschaft im August in Zagreb und die WM Mitte Oktober in Rotterdam fällt Mateo Fraisl mit Sicherheit aus.

Aber der Weg zurück ins rot-weiß-rote Nationalteam ist vorgezeichnet: „Im Juli sollten die ersten Sprünge wieder möglich sein, meinen die Ärzte. Nach rund sechs Monaten ist mein linkes Bein wieder zu 100 Prozent belastbar. Wenn sich heuer noch ein Wettkampf ausginge, wäre es schön. Falls nicht, ist es aber auch nicht weiter schlimm.“

Das übergeordnete Ziel liegt klar auf der Hand: „2027 will ich wieder voll durchstarten, im Weltcup, bei EM und WM“, gibt sich der Mehrkampf-Vize-Staatsmeister zuversichtlich. „In China geht’s um die Quotenplätze, da möchten wir mitmischen.“ Bis dahin wird Mateo wieder sein Wettkampfgewicht von 64 kg erreicht haben und die drei Narben am Oberschenkel werden nur mehr auf den zweiten Blick zu erkennen sein.

 

Text- und Bildquelle: Turnsport Austria

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