WM-Limit bei der ersten ÖM im Straßengehen im ULSZ Rif / Hallein

Dieser in den Salzburger Nachrichten medial gewürdigte Bewerb kann in mehrfacher Hinsicht als Premiere gefeiert werden:

1.) Neue attraktive Strecke mit Start und Ziel im Stadion des ULSZ Rif vor dem malerischen Ambiente des Unterbergs

Dass die Strecke auch für internationale Limits geeignet ist, zeigen nicht nur die die 43:41 Minuten des irischen Gehers John GLENNON, der damit das Limit für die Team-WM in Brasilia geschafft hat, sondern auch die PB seines Bruders Matthew GLENNON (43:00 min) im 10km Rahmenbewerb. Mit 41:53 Minuten insgesamt schnellster 10km Geher an diesem Tag war Michal Morvay vom AC Stavbar Nitra aus der Slowakei. Er ist bereits qualifiziert für die EM in Birmingham. Die guten Leistungen der österreichischen Geher: innen wurden offenbar ebenfalls beflügelt durch die internationalen Top-Geher:innen.

2.) Persönliche Bestzeiten und Landesrekorde

Schnellste österreichische Masters Geherin wurde Barbara Hollinger (Union Pottenstein), die mit einer PB von 0:54 zugleich NÖLV – Rekord in der W35 aufstellte. Karin Freitag (auch mehrfache Staatsmeisterin im Marathon und Ultralauf vom LG-Decker Itter) hat mit einer Zeit von 0:56 ebenso für einen TLV-Landesrekord in der W 45 gesorgt und ist zugleich begeistert von der neuen Strecke: „Eine World Athletics Veranstaltung in Österreich, in der eine Mastermeisterschaft und Nachwuchs – Meisterschaft integriert ist, um Punkte für internationale Meisterschaften zu sammeln und Masters-Athleten die Möglichkeit haben, mit Profis zu gehen, ist für Österreich sicher eine Bereicherung. Die Strecke war abwechslungsreich, die Veranstaltung perfekt organisiert, der Ablauf sehr professionell, obwohl ich heute erstmals Bekanntschaft mit der Penalty Zone und einer Strafminute wegen mangelnder Knie-Streckung machte. Vielleicht war ich zu risikoreich unterwegs, – obwohl es persönliche Bestzeit wurde, möchte ich es nächstes Mal ohne rote Karte schaffen und konzentrierter an meiner Technik arbeiten. Es ist ein richtiger Ansatzpunkt, auf junge Athlet:innen zu setzen, da dadurch vielleicht auch mehr leistungsstarke (AK-)Läufer: innen motiviert werden, diese interessante Sportart & Technik zu erlernen.“
Kathrin SCHULZE (IAC) wurde mit einer ebenfalls guten Zeit von 56:47 Min. Zweitplatzierte in der W45.
Weitere Landesrekorde: Ulrike STRIEDNIG (LAC Klagenfurt) > KLV – Rekord in der W 65 mit 1:06 h
Rainer Heinzl (LC Profis) war in Hallein der schnellste österreichische Geher und wurde mit einer Zeit von 56:33 Min. österreichischer Meister in der Masters Klasse M50, dicht gefolgt von Franz Kropik (SVS-Leichtathletik), der mit 58:35 Min. die M55 gewann. Ebenfalls PB ging Walter JAKOBITSCH (KLC) mit 1:04:20 und gewann damit die M75 – M vor dem ehemaligen Olympia-Teilnehmer Johann SIEGELE (SVS-Leichtathletik).

3.) Das 1. Mal wurden Österreichische Meisterschaften der Masters im 10km Straßengehen und ÖM U20 im 5km Straßengehen als WA-Bewerb ausgeschrieben

Grund dafür ist um sicherzustellen, dass eventuell von österreichischem Nachwuchs erbrachte Leistungen oder Limits auch im WA-Ranking gewertet werden: Mit Marlen Staudacher (U20 Athletin vom LAC Klagenfurt) gibt es aktuell eine weitere sehr gute Geherin, die nach ihrem guten Erfolg bei einem Gold Level Meeting in Dudince / SK gezeigt hat, dass sie in der Lage ist, um ein WM-Limit zu kämpfen: Bei einem hochklassigen Gehbewerb mit internationalem Teilnehmerinnenfeld in der Slowakei blieb sie nur 47 Sekunden über dem U20 WM-Limit für Eugene (USA) und wurde auch in den ÖLV-Hope – und in den A-Kader vom KLV aufgenommen. Umso wichtiger war es, Marlen bei „ihrer“ U20 ÖM in Österreich die nächste Möglichkeit zu geben, um das U20-WM-Limit zu gehen. Das ging sich mit 24:50 min zwar nicht aus, doch Marlen resümiert trotzdem positiv: „Die Strecke an sich war richtig cool. Nur der Gegenwind hat mir relativ viel Kraft gekostet. Deswegen war ich sehr überrascht, dass ich nur 2s über meiner PB geblieben bin…. In jedem Fall bin ich froh, dass uns nun auch in Salzburg die Gelegenheit geboten wurde, um internationale Limits und um WA-Ranking-Punkte zu kämpfen.“

4.) Nachwuchs-Debüt aus Oberösterreich mit beeindruckender Zeit beim 5km Rahmenbewerb

Die 13jährige Luisa Eleonore PILZ aus der Trainingsgruppe von Andrea Kovacs (TGW Zehnkampf-Union), die ihr Talent fürs Olympische Gehen bisher nur auf der Bahn gezeigt hat (zuletzt im Rahmen der öst. Hallenmeisterschaften am 28. Februar in der Sport Arena Wien), – absolvierte ihre erste 5km Distanz auf der Straße beim Rahmenbewerb und lieferte mit 28:37 min nicht nur eine beeindruckende Zeit ab, sondern machte mit einwandfreier Technik auch ihre Trainerin glücklich, indem sie keinen einzigen Verweis erhielt. Letzteres ist besonders hochzuschätzen angesichts der Tatsache, dass das österreichische Gehgericht diesmal aufgrund der WA-Ausschreibung von 2 Gold Level Judges aus Deutschland unterstützt wurde.

5.) Erstmal digitales RWJ Tool und Gold Level Judges im Einsatz bei österr. Meisterschaften

Jens Grünberg vom Olympiastützpunkt Frankfurt (wo seit Ende 2025 auch Christopher Linke trainiert) ist der österreichischen Geher Community seit Jahren gut bekannt durch die beliebten ÖLV-Gehsportlehrgänge im ULSZ Rif, die er jedes Jahr um Allerheiligen gemeinsam mit Alex Maier durchführt sowie durch die Ausbildung der österreichischen Gehrichter. Auch SLV-Landeskampfrichterreferentin Iris Neumeyer hat ihre Prüfung als Gehrichterin beim letzten Kurs im März 2025 im ULSZ/Rif absolviert und konnte nun Erfahrung sammeln bei ihrem ersten Einsatz auf einer Langdistanz. Der zweite Gold Level Judge Kollege Kilian Wenzel hat nicht nur Erfahrung bei internationalen Top-Bewerben, sondern auch ein digitales System für die roten Kartenanträge programmiert, das bereits bei Gold Level Meetings, und gestern nun erstmals bei einer ÖM in Salzburg im Einsatz war. Dadurch sind alle Verfehlungen und DQ – Anträge (bei Gehern als „rote Karten“ bekannt) sofort beim Chief Judge und beim Protokollführer, die damit ohne Verzögerung für Sichtbarkeit auf der Anzeigentafel sorgen können.

6.) Hervorragendes SLV- & ULSZ Rif Team erstmals im Einsatz für eine Straßengeher-Meisterschaft

Was das SLV-Team unter der Leitung von Ferdinand Gugenberger und Iris Neumeyer – mit Unterstützung von ULSZ Rif – GF Sabrina Rohrmoser und ihrem Team – geleistet hat, kann man gar nicht genug loben: Eine österreichische Meisterschaft im Olympischen Gehen auf World Athletics Level auszurichten, ist in vielerlei Hinsicht eine Challenge, – die im ULSZ Rif in Hallein hervorragend gemeistert wurde, – wie nicht nur Top-Athleten aus der Slowakei, Irland und Ungarn, sondern auch die beiden Gold Level Judges Jens Grünberg (vom Olympiastützpunkt Frankfurt) und Kilian Wenzel bestätigen: „Österreich wird in der internationalen Geher Szene bereits positiv wahrgenommen. Das wird bald zu stark steigenden Teilnehmerzahlen bei kommenden Bewerben führen, was wiederum wichtig ist für den österreichischen Geher/Nachwuchs.‘ ÖLV-Gehsportreferentin Gabi Schwarz ergänzt: ‚Unser erfolgreicher Nachwuchs wie z.B. Theresia Mohr und Marlen Staudacher, die heute in Hallein öster. U20-Meisterin wurde und intensiv am Limit für die U20 WM kämpft, brauchen solche Aufbaubewerbe wie in Innsbruck und Hallein, weil WA- Limits und Rankingpunkte sonst nicht gewertet werden.“
Dass es auf dem schnellen Kurs (AIMS vermessen von Thomas Biederbeck vom ÖLV) nicht zu noch besseren Zeiten kam, lag hauptsächlich am Wind.

Alle Ergebnisse im ÖLV-ATHMIN

Nächste Chance zum Punktesammeln für das World Ranking am 4.JUNI in Wien

Der nächste Bewerb, bei dem nationale und internationale Geher:innen in Österreich Punkte für das World Ranking sammeln können, findet am 4. Juni 2026 in Wien statt im Rahmen der Sport Austria Finals mit Siegerehrung am Rathausplatz. Details dazu folgen.

 

Text- und Bildquelle: Österreichischer Leichtathletik-Verband | Gabi Schwarz, ÖLV-Gehsportreferentin

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