Zwischen Assistant und Chef: Wie Roy Dorleijns den Gunners zum Threepeat verhelfen will

Assistant Coach Roy Dorleijn rückt bei den Unger Steel Gunners Oberwart immer stärker in den Fokus. Der Niederländer coacht immer öfter als Head Coach, wird als Nachfolger von Horst Leitner gehandelt und steht mit den Burgenländern aktuell an der Tabellenspitze. Im Interview spricht der 34-Jährige über Vertrauen, Druck, unterschiedliche Rollen und die Mission Titelverteidigung.

Als Roy Dorleijn im Sommer 2024 als Assistant Coach nach Oberwart kam, folgte prompt der Meistertitel – der zweite in Serie für die Gunners. Nach dem Abgang von Matthew Otten blieb der Niederländer im Burgenland, Horst Leitner kehrte als Head Coach zurück. Inzwischen übernimmt Dorleijn immer öfter selbst die Verantwortung an der Seitenlinie. Vielleicht ein Hinweis auf das, was kommen könnte. Momentan gilt in Oberwart allerdings der ganze Fokus der Mission Threepeat gerichtet, wie er Niederländer im Gespräch mit Basketball Austria verrät.

Basketball Austria: Roy, du bekommst in Oberwart immer mehr Verantwortung und wirst als Nachfolger von Horst Leitner gehandelt. Wie gehst du damit um? Hast du damit gerechnet? Macht dir das Druck – oder bist du genau dort, wo du hinmöchtest?
Dorleijn: Ich empfinde es als Kompliment, wenn die Leute mich so sehen. Es ist definitiv mein Ziel, einmal Head Coach im professionellen Basketball zu sein. Also schauen wir, was passiert. Ehrlich gesagt hätte ich nie erwartet, schon in dieser Saison dieses Vertrauen von Horst zu bekommen, und ich weiß das sehr zu schätzen.

Druck verspüre ich dadurch eigentlich keinen. Ich kann nur sagen, dass ich es sehr genieße, Spiele zu coachen und mehr Verantwortung zu bekommen. Es bringt eine zusätzliche Spannung mit sich und auch ein gewisses Maß an Stolz, dieses Team führen zu dürfen.

Teils bist du als Assistant, teils als Head Coach im Einsatz. Wo liegt für dich der größte Unterschied in den Aufgaben, aber auch in der Herangehensweise?
Ich bereite das Team und mich selbst auf jedes Spiel gleich vor. Die Arbeit unter der Woche bleibt unabhängig von meiner Rolle am Spieltag dieselbe. Natürlich gibt es als Head Coach am Game Day mehr Dinge zu bedenken, mehr Entscheidungen zu treffen, aber weil ich mich entsprechend vorbereite, fühlt sich das gut und richtig an.

Was konntest du dir bisher von Horst Leitner und im Vorjahr von Matthew Otten abschauen? Was hast du von ihnen gelernt?
Ich hatte bereits das Glück, mit mehreren sehr guten Coaches zusammenzuarbeiten, und genau das macht es spannend – von jedem etwas mitzunehmen. Matthew hat mir die Tür zum professionellen Basketball geöffnet. Von ihm habe ich viel darüber gelernt, wie dieser Bereich funktioniert, wir haben sehr viel über Taktik gesprochen. Er war extrem klar in dem, was er wollte.

Horst ist ein komplett anderer Typ. Von ihm lerne ich sehr viel über Führung, darüber, wie man ein Team leitet und wie man gegenseitige Verantwortung einfordert. Gleichzeitig ist er auch auf der basketballerischen Ebene enorm erfahren und genau das macht die Gespräche mit ihm so interessant.

Als Titelverteidiger habt ihr den Kader während der Saison noch einmal umgebaut. Ein ungewöhnlicher Schritt, doch die Chemie stimmt und die Ergebnisse geben euch recht. Was funktioniert bereits besonders gut?
Um dauerhaft erfolgreich zu sein, ist eine gute Kultur im Klub enorm wichtig. Unsere österreichischen Spieler sind dabei ein ganz entscheidender Faktor, ihre Erfahrung hilft uns sehr. Unsere Imports passen hervorragend dazu und haben sich voll in diese Kultur eingefügt. Genau das ist die Basis für unseren Erfolg.

Du hast dir in den Niederlanden und in Österreich einen Namen im Scouting- und Analytics-Bereich gemacht. Wie fordernd waren die spontanen Neuverpflichtungen und wie findet man mitten in der Saison noch passende Spieler?
Scouting macht mir grundsätzlich sehr viel Spaß. Das Ziel ist immer, Spieler zu finden, die wirklich zu unseren Bedürfnissen passen – nicht nur basierend auf Highlights oder offensichtlichen Statistiken. Man kann sehr viel Arbeit hineinstecken, aber es bleibt immer auch ein gewisses Risiko, wenn neue Spieler kommen.

Sehr hilfreich ist es außerdem, wenn Agenten verstehen, wofür unser Klub steht, welches Programm und welche Kultur wir bieten. Das erleichtert vieles.

Was darf man sich von euch und von dir in dieser Saison noch erwarten? Ist die Mission Titelverteidigung das erklärte Ziel?
Jeder Spieler in unserem Team kann etwas ganz Spezielles beitragen, um erfolgreich zu sein. Als Mannschaft müssen wir uns in allen Bereichen weiter verbessern, wenn wir den dritten Titel in Folge holen wollen.

Mit der Intensität, die die Jungs im Training zeigen, bin ich sehr zuversichtlich, dass wir dorthin kommen können. Also: Wir werden sehen.

 

Text- und Bildquelle: Österreichischer Basketballverband

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